Seit dem Ende der Sommerpause üben wir im Chor „Song of Joy“ wieder jede Woche. Während draußen der Herbst voranschreitet, beschäftigen wir uns musikalisch schon mit Weihnachten. Wir bereiten unser Konzert „Julens tid är här“ vor – „Die Weihnachtszeit ist da“. Am 21. und 22. November 2026 werden wir gemeinsam mit Orchester im Kulturbruket in Mellerud auftreten.

Wenn ich auf unser Programm schaue, sehe ich mehr als eine Sammlung bekannter schwedischer und internationaler Weihnachtslieder. Für mich zieht sich ein gemeinsames Thema hindurch: die Hoffnung, dass Licht, Frieden und Verbundenheit auch dort möglich sind, wo es dunkel ist. Manche Lieder erzählen davon ausdrücklich in christlicher Sprache, andere durch Erinnerungen, gemeinsames Feiern oder die Sehnsucht nach einer besseren Welt.

Licht und Frieden – nicht nur Weihnachtsidylle

Mit „Nu tändas tusen juleljus“, „Stilla natt“ und „Gläns över sjö och strand“ gehören vertraute schwedische Weihnachtslieder zu unserem Programm. Besonders deutlich wird das Bild des Lichts in „Nu tändas tusen juleljus“: Die Kerzen auf der dunklen Erde und die Sterne am Himmel führen zur Weihnachtsbotschaft. Das Licht soll aber nicht draußen bleiben, sondern Hoffnung und Frieden in die Häuser und in die Herzen bringen.

Auch „Jul, jul, strålande jul“ ist mehr als ein schönes Winterbild. Der Text beginnt mit weißen Wäldern und funkelnden Lichtern, richtet den Blick dann aber auf Krieg, Leid und die Menschen verschiedener Generationen. Weihnachten wird um Frieden gebeten – gerade dort, wo dieser fehlt.

Diese Verbindung reicht bis zu „Someday at Christmas“. Das Lied entwirft eine Welt ohne Krieg, Hunger und Angst, in der Menschen gleichberechtigt leben und füreinander sorgen. Zugleich räumt es ein, dass diese Zukunft vielleicht nicht mehr zu unseren Lebzeiten erreicht wird. Für mich ist das eine Hoffnung ohne einfache Beruhigung: Sie benennt, was noch nicht gut ist.

Gemeinschaft – und die Frage, wo Weihnachten geblieben ist

Eine andere Seite des Programms handelt vom Zusammensein. „’Til the Season Comes ’Round Again“ versammelt Familie und Freunde um einen Tisch. Es geht darum, einen gemeinsamen Moment bewusst zu erleben und ihn über das Jahr hinweg mitzunehmen.

„Where Are You Christmas?“ beginnt dagegen mit einer Frage: Warum lässt sich das frühere Weihnachtsgefühl nicht mehr finden? Das Lied nimmt Veränderung und Verlust dieses Gefühls ernst. Seine Antwort liegt schließlich nicht in einer möglichst perfekten Wiederholung vergangener Feste, sondern in Liebe und Zuwendung, die Menschen miteinander verbinden.

So stehen in unserem Programm Freude und Sehnsucht nebeneinander. Nicht jedes Lied setzt voraus, dass wir schon in festlicher Stimmung sind. Manche suchen erst nach dem, was Weihnachten bedeutsam machen könnte.

Staunen, Stille und gemeinsame Freude

Die christliche Weihnachtsgeschichte ist natürlich ebenfalls ein wichtiger Teil des Konzerts. „Mary Did You Know“ betrachtet das Kind aus der Perspektive von Fragen an Maria: Weiß sie, welche Bedeutung sein Leben einmal haben wird? Die intime Situation von Mutter und Kind wird dabei mit den großen Hoffnungen auf Heilung und Erlösung verbunden.

Daneben stehen im Programm festliche Stücke wie „Joy to the World“, „Jingle Bells“ und ein Weihnachtsmedley. Nach der Pause eröffnet der Frauenchor mit „Sankta Lucia“ den zweiten Teil. Soli, Duette, kleine Gruppen und der ganze Chor wechseln sich ab; bei „Härlig är jorden“ sieht der Ablauf auch das gemeinsame Singen mit allen und der Band vor. Als Zugabe ist „Joyful, Joyful“ geplant.

Dieser Wechsel gefällt mir: Das Programm lässt Raum für ruhigere Momente, für unterschiedliche Stimmen und für die Freude am gemeinsamen Klang.

Bis November wird weiter geprobt

Unser Ablauf umfasst 19 Stücke und eine Zugabe. Acht Titel sind als neue Lieder oder als ältere Arrangements in neuer Gestalt markiert. Wir arbeiten also nicht nur Bekanntes auf, sondern lernen auch Neues kennen, wobei für mich alles neu ist.

Ein solches Konzert beginnt lange vor dem Auftritt. Es beginnt in den wöchentlichen Proben, im Wiederholen, Zuhören und Zusammenfinden. Aus einzelnen Stimmen soll etwas Gemeinsames werden.

Ich freue mich darauf, dieses Programm im November mit denen zu teilen, die vielleicht gerade hier oder in der Nähe sind: vertraute Weihnachtslieder, neue musikalische Begegnungen – und die Frage, wie wir Licht, Frieden und Verbundenheit nicht nur besingen, sondern auch miteinander erleben können.

Konzerttermine

„Julens tid är här“ – Song of Joy mit Orchester

21. und 22. November 2026 im Kulturbruket, Mellerud

Playlist zu „Julens tid är här“

Hier ist eine Playlist in der Reihenfolge des Konzertprogramms – mit direkt verlinkten Aufnahmen und Videos. Es sind Interpretationen anderer Künstler_innen, nicht die konkreten Arrangements von Song of Joy.

Erster Teil

Nr.LiedAufnahme / Video
1Klang min vackra bjällraTommy Körberg – auf Spotify anhören.
2God Rest Ye Merry, GentlemenPentatonix – offizielles Video.
3Joy to the WorldPentatonix – offizielles Video.
4Nu tändas tusen juleljusMädchen- und Knabenchor des Doms zu Uppsala – Choraufnahme mit Orgel.
5Stilla nattCarola – Audioaufnahme.
6Gläns över sjö och strandAdolf Fredriks Ungdomskör – Choraufnahme.
7’Til the Season Comes ’Round AgainAmy Grant und Vince Gill – Audioaufnahme.
8Someday at ChristmasMary J. Blige – Audioaufnahme.
9Jingle BellsFrank Sinatra – offizielles Musikvideo auf YouTube Music.
10Sprakande julmedleyThe Real Group – Konzertvideo von 1999.

Zweiter Teil

Nr.LiedAufnahme / Video
11Sankta LuciaUniversity of Utah Chamber Choir – Konzertaufnahme.
12Jul, jul strålande julCarola – Audioaufnahme.
13Julens tid är härMolly Sandén und Magnus Carlsson – Fernsehauftritt.
14Härlig är jordenThe Real Group – Audioaufnahme.
15Mary Did You KnowPentatonix – offizielles Video.
16Where Are You ChristmasFaith Hill – Musikvideo.
17Nearer my God„Nearer, My God, to Thee“ – BYU Vocal Point mit BYU Men’s Chorus.
18The Magic of ChristmasThe Magic of Christmas Day (God Bless Us Everyone) – Céline Dion
19O Come, All Ye FaithfulAndré Rieu – Audioaufnahme.

Zugabe

Nr.LiedAufnahme / Video
20Joyful, JoyfulLauryn Hill und Chor – Szene aus „Sister Act 2“.

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