Dalslands Studio Blog

Von neuen Türen, der zweiten Wendeltreppe und einer Betonplatte

Nach der Sommerpause geht es im Dalslands Studio wieder sichtbar mit Bauen weiter. Die erste Bauphase liegt hinter uns; nun arbeiten wir am zweiten Bauabschnitt um wie geplant, die nächste Genehmigung zu bekommen. Es sind Arbeiten, bei denen sich erst nach und nach zeigt, wie der Plan den ich mit Hajo entwickelt habe, zu einem wirklichen Ort wird: eine weitere neue Tür, ein Fundament, Wasserleitungen im Boden, Beton, bestellte Fenster und viele kleine Entscheidungen, die später hoffentlich ganz selbstverständlich aussehen werden.

Im Augenblick gibt es wieder einige neue Baustellen. Aber gerade darin liegt auch etwas Schönes. Räume, die bisher nur als Vorstellung, Skizze oder Genehmigungsunterlage existierten, bekommen Maße, Material, Gewicht und eine eigene Atmosphäre.

Eine Tür aus Schöckingen

Ein besonders schöner Fortschritt ist die neue Tür an der Rückseite des Studios. Sie wird künftig als Notausgang dienen und zugleich den Zugang zu einer zweiten, etwas kürzeren Wendeltreppe ermöglichen.

Gebaut und eingebaut hat sie Volker, mein alter Schulfreund. Volker ist Glasermeister und führt gemeinsam mit seinem Bruder Armin den Familienbetrieb Luhr Fensterbau GbR in Schöckingen bei Ditzingen weiter. Der Betrieb wurde 1966 von ihrem Vater, dem Glasermeister Adolf Luhr, gegründet; seit 1996 führen Volker und Armin das Unternehmen. Neben Glaserei und Fensterbau gehören auch Türen, Renovierungsarbeiten und Fenstermontage zu ihrem Handwerk.

Für unser Studio hat Volker keine standardisierte Tür geliefert, sondern eine handgefertigte Tür nach alter Handwerkstradition gebaut. Sie passt in ihrer Materialität und Ausführung zu dem Haus und zu dem, was wir mit dem Ausbau erreichen möchten: keine beliebige technische Ergänzung, sondern ein Bauteil, das funktional sein muss und zugleich Charakter hat.

Wenn man heute über Türen spricht, denkt man oft zuerst an Maße, Wärmedämmung, Schlösser, Fluchtwege und Normen. All das ist selbstverständlich wichtig. Aber eine Tür ist auch eine Schwelle. Sie trennt nicht nur Innen und Außen; sie verbindet sie. Sie markiert den Moment, in dem man aus einem Raum hinaustritt oder in einen anderen eintritt. Dass diese Tür von einem alten Freund gebaut wurde, gibt ihr für uns eine zusätzliche Geschichte.

Eine zweite Wendeltreppe mit Kranichen

An die neue Tür wird eine zweite Wendeltreppe anschließen. Sie wird kleiner sein als die Wendeltreppe am Haus, zugleich aber gestalterisch mit ihr korrespondieren. Auch diese Treppe soll Kraniche tragen und damit ein wiederkehrendes Motiv aufgreifen, das uns inzwischen sehr wichtig geworden ist.

Die Kraniche stehen für Bewegung, Rückkehr, Aufbruch und Orientierung. Sie gehören zu Dalsland, zu den Jahreszeiten, zum Himmel über den Seen und Wäldern. Für uns erinnern sie zugleich an Hajo, der im Mai 2025 „mit den Kranichen weitergezogen“ ist. Die neue Treppe wird damit nicht nur eine notwendige Verbindung zwischen Tür und Gelände sein. Sie wird ein Gegenstück zur bestehenden Treppe am Haus und eine stille Fortsetzung dieser Erinnerung.

Damit die Konstruktion dauerhaft sicher steht, wurde zunächst ein Betonfundament gegossen. Beim Ausheben stießen wir – wie schon so oft bei Arbeiten rund um Haus und Gelände – auf einen sehr großen Stein. Hier in Dalsland liegt die Landschaft nicht nur unter unseren Füßen; sie tritt bei jeder Erdarbeit hervor. Der Stein wird nicht entfernt werden. Stattdessen werden wir die Treppe auch in ihm verankern. So wird er Teil der Konstruktion und gibt ihr zusätzliche Stabilität.

Das ist vielleicht eine passende Lösung für dieses Haus: nicht gegen den Stein zu bauen, sondern mit ihm.

Ein Boden für die Gästewohnung

Auch in unserer kleinen Gästewohnung geht es weiter. Zunächst wurden die Wasserleitungen verlegt. Danach kam die Isolierung mit Styroporplatten, die den Boden thermisch vom Untergrund trennt und künftig helfen soll, den Raum angenehmer und energiesparender zu nutzen.

Im nächsten Schritt wurde der gesamte Raum mit Beton ausgegossen. Der Beton war mit Kunststofffasern versetzt, die im Material verteilt werden und helfen, die Belastbarkeit zu erhöhen sowie Rissbildungen zu reduzieren. Nun braucht der Boden vor allem Zeit. Beton ist unmittelbar nach dem Gießen sichtbar fertig, aber im Inneren setzt sich der Aushärtungsprozess über Wochen fort. Geduld gehört auf einer Baustelle also ebenso zum Handwerk wie Maschine, Wasserwaage und Schraubenzieher.

Der neue Boden verändert den Raum bereits jetzt. Noch fehlen Wände, Oberflächen, Licht, Möbel und vieles andere. Aber er ist keine bloße Zwischenetappe mehr. Er ist eine Grundlage, auf der sich der weitere Innenausbau aufbauen lässt.

Türen und Fenster sind inzwischen bestellt. Sie sollen noch vor dem Kälteeinbruch montiert werden. Wenn das gelingt, ist das Gebäude geschlossen und wetterfest – ein wichtiger Moment im Bauablauf. Dann kann die Arbeit zunehmend nach innen wandern: Dämmung, Elektroinstallation, Oberflächen, Einrichtung und all die Entscheidungen, durch die aus einem Rohbau ein bewohnbarer und einladender Raum wird.

Schritt für Schritt

Baufortschritt ist selten spektakulär, wenn man mitten darin steckt. Ein Fundament verschwindet später unter der Treppe. Wasserrohre verschwinden im Boden. Die Isolierung wird nicht mehr sichtbar sein. Auch die Arbeit, die in einer Tür oder in ihrer sorgfältigen Montage steckt, bemerkt man vielleicht erst dann wirklich, wenn etwas nicht funktioniert.

Und doch sind es genau diese Schritte, die später darüber entscheiden, ob ein Ort gut nutzbar, sicher, warm und dauerhaft ist. Sie bilden die unsichtbare Infrastruktur für alles, was im Dalslands Studio künftig stattfinden soll: Gäste, Gespräche, Seminare, kleine Veranstaltungen, gemeinsame Mahlzeiten, Arbeit, Ruhe und neue Begegnungen.

Nach den Sommermonaten wieder auf der Baustelle zu stehen, ist deshalb ermutigend. Die neue Tür ist eingebaut. Das Fundament ist gegossen. Die Treppe hat ihren künftigen Ort. In der Gästewohnung liegen die Leitungen, die Dämmung und der frische Beton. Fenster und Türen sind bestellt.

Es geht voran. Wir sind guten Mutes, dass wir spätestens im Frühjahr die Genehmigung für den zweiten Bauabschnitt erhalten werden – und dann den Weg konsequent weitergehen können.