Wie ihr wisst, fahre ich gerne mal mit meinem VW-Multivan mit Bett und gepackten Kühlschrank in die Natur. Nur etwa 50 Kilometer nordwestlich von Dals Langed liegt der Tresticklans Nationalpark direkt an der norwegischen Grenze. Ein schönes Ziel um mit sich und der Natur alleine zu sein. Der Nationalpark ist ein gut erreichbares Ziel für einen Tagesausflug in eine der stillsten Landschaften Südschwedens.

Tresticklan wird heute vor allem als unberührtes Wald- und Seengebiet wahrgenommen, doch die Region war auch ein historischer Grenzraum. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der alte Hallevägen, der von Rävmarken in Schweden nach Halden in Norwegen führte, genutzt von Kurieren, Widerstandskämpfern und Flüchtlingen. Die abgelegenen Wälder und Wege rund um Rävmarken boten Schutz und Orientierung für Menschen, die sich zwischen dem besetzten Norwegen und dem neutralen Schweden bewegten.

Eine wichtige lokale Figur dieser Geschichte war Arnold Molinder, Landwirt und Grenzpolizist in Rävmarken. Sein Hof Rökullehögen lag direkt am Rand des heutigen Nationalparks; dort fanden viele Flüchtlinge und Kuriere nach dem Grenzübertritt eine erste Pause auf schwedischer Seite. Molinder war außerdem in die Kurierarbeit eingebunden, beobachtete die Lage entlang der Grenze und unterstützte gemeinsam mit anderen das Netzwerk der norwegischen Widerstandsbewegung.

Wer heute durch Tresticklan wandert, bewegt sich also nicht nur durch eine eindrucksvolle Natur, sondern auch durch eine Landschaft mit verborgenen Spuren von Flucht, Hilfe und Widerstand. Gerade diese Verbindung von Naturraum und Erinnerung macht den Nationalpark zu einem besonderen Ort in Dalsland.